IaaS vs PaaS vs SaaS – Die Cloud Modelle im DAM Kontext!

Cloud IaaS PaaS SaaS

Irgendwann kommt jeder bei der Evaluierung von DAM Systemen zu dem Punkt:

Möchte ich mein DAM on Premise, oder in der Cloud betreiben?

Bei sehr vielen Unternehmen ist heute die Cloud das erste Mittel der Wahl, jedoch muss man hier zwischen den verschiedenen Cloud Modellen unterscheiden:
Wenn Sie bereits einmal mit einem DAM Hersteller gesprochen haben, dann möchte ich darauf wetten, dass man Ihnen gesagt hat:
Klar wir bieten unsere Lösung als SaaS (Software as a Service) an”.
In den allermeisten Fällen wird dies wohl aber nicht der Fall sein.
Der Begriff SaaS hat sich fälschlicherweise als “Überbegriff” für Systeme, die in der Cloud betrieben werden, etabliert. Allerdings ist SaaS nur ein Modell, das man im Cloud Kontext nutzen kann. In der Tat ist es vermutlich im DAM Kontext das am seltensten angebotene Modell.

Lassen sie mich im Folgenden zuerst auf die üblichen Cloud Modelle eingehen

Anhand der Cloud Pyramide lassen sich die verschiedenen Modelle sehr gut visualisieren:

Am untersten Ende der Pyramide findet man das IaaS (Infrastructure as a Service) Modell.

Wie der Name hier schon sagt mietet man sich hier bei einem Cloud Anbieter die Infrastruktur, um zum Beispiel eigene Server zu betreiben. Dies bedeutet in der Praxis, dass ihnen meist ein Virtueller Host zur Verfügung gestellt wird. Der Virtuelle Host nutzt die Hardware Struktur/ Infrastruktur des Cloud Anbieters (und manchmal die Backup Infrastruktur etc.). Für alles andere sind Sie als “Mieter” selbst verantwortlich.
Das bedeutet, dass sie ihr Betriebssystem, alle Middleware Komponenten, wie zum Bsp. Apache Webserver, oder PHP selbst installieren müssen. Sie müssen auch selbst dafür Sorge tragen, wann und ob sie ihre gesamte Software aktualisieren.

Sie selbst haben in diesem Kontext die größte Kontrolle über ihr System. Sie benötigen allerdings auch das nötige technische Know How, um ihr System betreiben zu können. Im DAM Kontext könnte man sagen, es handelt sich um eine On Premise Installation in der Cloud. On Premise deshalb, weil sie im Grunde alle Schritte ausführen müssen, die sie auch bei einer Installation vor Ort, umsetzen müssen. Sie müssen das richtige Betriebssystem wählen, sie müssen die richtigen Middleware Komponenten wählen und die richtige Softwarelösung installieren und konfigurieren. Das einzige was sie nicht tun müssen, ist die Hardware zu kaufen. In den meisten Fällen wird diese Installation und Konfiguration ihr DAM Integrator für sie übernehmen.

Kommen wir zum mittleren Modell dem PaaS (Platform as a Service).

Das PaaS Modell geht einen Schritt weiter. Hier mieten sie sich nicht nur einen reinem VM Host, sondern sie mieten sich auch bereits das Betriebssystem und bestimmte Middleware Software, die sie für ihre Softwarelösung benötigen.
Eine der großen PaaS Anbieter ist Microsoft mit seiner Azure Plattform. Hier können sie sich für ihre Maschine das Operating System, WebServer, Programmierinterfaces etc. auswählen und mit mieten. Das einzige für das sie dann noch verantwortlich sind, ist die eigentliche Software, die sie betreiben möchten, in unserem Fall unser DAM System.
Der Vorteil ist, dass sie sich um viele Belange nicht mehr kümmern müssen.
So wird das OS immer aktuell gehalten, Sicherheits- Patches werden für OS und Middleware regelmäßig installiert bzw. deployed.
Der Nachteil: Sie geben Kontrolle ab. Manch’ DAM Lösung “hinkt” immer ein wenig hinter den aktuellen Komponenten her. So ist vielleicht das DAM noch nicht mit PHP 8 oder gar RedHat 8 kompatibel, obwohl diese Komponenten bereits vom Cloud Anbieter benutzt werden. Klar auch hier gibt es Möglichkeiten Versionen zu locken, man muss dies aber dann explizit machen und im Blick behalten.

Die Spitze der Pyramide stellt unser alt bekanntes SaaS Modell dar:

Software as a Service bedeutet, keine Kontrolle mehr über OS, Middleware, oder Softwarelösung zu haben.
Hier ist es in der Regel so, dass in unserem DAM Kontext, die Hersteller zyklisch ihre neue Software in der Cloud deployen. Sie als Endanwender haben in der Regel keine Informationen darüber was genau hinter der Software steht, die sie benutzen. Das heißt welches OS, welche Version des OS, welche Middleware Komponenten etc. Letztendlich müssen sie sich nicht mehr um Updates und Sicherheits- Patches jeglicher Art kümmern.
Schwierig kann es in diesem Kontext werden, wenn sie eigene Entwicklungen haben, die an ihr SaaS DAM System andocken. Hier müssen sie auf den Hersteller vertrauen, dass Updates vor allem was die Schnittstellendefinition angeht abwärts kompatibel sind. Möglicherweise bietet ihr DAM Hersteller auch die Möglichkeit, dass sie eine Testphase auf einer neuen aktualisierten Version bekommen. In der Regel ist dies aber im SaaS Kontext nicht vorgesehen! Für den DAM Hersteller bietet SaaS den großen Vorteil, dass es nur eine aktuelle Version der Software gibt. Dies ist natürlich wesentlich einfacher zu verwalten und zu pflegen, als zig unterschiedliche Versionen, die auf verschiedenen Plattformen “umherschwirren”.

Nun stellt sich die alles entscheidende Frage:

Gibt es ein Modell, das für den Betrieb einer DAM Lösung das Beste ist? Die Antwort ist hier leider, wie zu erwarten war: NEIN!

Für die Anwender an sich spielt es meist gar keine Rolle, welches Cloud Modell verwendet wird. Auch unterstützt nicht jeder DAM Hersteller, jedes Cloud Modell.

Wichtig ist hier darauf zu achten, ob das DAM sehr stark mit anderen Systemen verbunden ist.
Gibt es Anbindungen an ERP, PIM, oder WebShops, dann kann es mit einer reinen SaaS Lösung oftmals schwierig werden, aufgrund der fehlenden Kontrolle, die man beim SaaS Modell hat. Dann kann es von Vorteil sein, wenn man sich für eine PaaS Lösung entscheidet, bei der man zumindest noch Kontrolle über die Version des DAM Systems an sich hat. Im Kontext des PaaS Modells hat man auch die Möglichkeit ein Testsystem zu betreiben auf dem man Updates durchführen und testen kann.
Klassische, echte SaaS Modelle sind aus meiner Sicht hauptsächlich für sehr agile und teils autark arbeitende Teams von Vorteil. Hier liegt der Fokus auf der schnellen und zügigen Weiterentwicklung des DAM Systems. Abhängigkeiten zu Drittsystemen sind gering, oder existieren nicht. Im SaaS Umfeld sehe ich daher im Moment vor allem die klassischen BAM (Brand Management Systeme) Systeme. Hier arbeiten agile, verteilte Teams an Kampagnen, an Brand Guidelines etc. Niemand möchte und kann sich mit den technischen Gegebenheiten eines DAM Systems auseinander setzen. Fehlt dann auch noch Unterstützung aus dem IT Department ist man hier mit einer SaaS Lösung sehr gut aufgestellt!
Bei Fragen rund um das Thema können sie mich sehr gerne kontaktieren!

 


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