Change – So gelingt der Einstieg!

„Fortschritt ist ein schönes Wort. Seine Triebkraft aber heißt Wandel. Und der Wandel hat seine Feinde.“
Robert Kennedy (Ehemaliger US-Senator)

Ein sehr drastisch formuliertes Zitat von Robert Kennedy zum Thema Wandel/ Change. Ich persönlich würde nicht unbedingt den Terminus „Feinde“ in diesem Kontext benutzen.
Vielmehr ist meine Erfahrung, dass bei dem Thema Veränderung bei vielen Menschen Unsicherheit und Ängste in den Vordergrund treten. Und der Unsicherheit und Angst wird dann sehr häufig Ablehnung und Verweigerung entgegen gestellt. Per se erstmal ein völlig normales menschliches Verhalten.
Ich persönlich möchte mich hiervon nicht ausnehmen. Etwa fünf bis sechs Jahre habe ich gebraucht bis ich bereit war meine Komfortzone zu verlassen und schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe.
Und ohne hier auf Details einzugehen, ich habe es bisher keine Sekunde bereut, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

Auch alle Projekte, die ich gemeinsam mit meinem Kunden umgesetzt habe, waren von einem Change betroffen.
Fast immer betraf der Change auch Menschen. Menschen, die entweder ihre Arbeitsweisen umstellen mussten, Aufgaben, die sich plötzlich von dem Einen auf den Anderen verlagert hatten, oder Arbeitsschritte, die plötzlich nicht mehr ein Mensch, sondern ein System ausgeführt hat.
Sobald solche Veränderungen Teil eines Projektes sind, gilt es sehr bedacht und behutsam vorzugehen.

»Nichts macht den Mensch argwöhnischer, als wenig zu wissen.«
Francis Bacon, Englischer Staatsmann und Philosoph

Dieses Zitat von Francis Bacon würde ich zu 100% unterschreiben!
Ganz immens wichtig ist es diejenigen immer „mitzunehmen“, die von der Veränderung betroffen sind.
Dies muss unbedingt von Beginn an des Projektes gemacht werden!
Dies ist und bleibt alternativlos!

Das agile Change Canvas

Eine gute Methodik um in den Veränderungsprozess zu starten ist die des agilen Change Canvas!
So mancher kennt vermutlich das Business Canvas mit dem Geschäftsmodelle dargestellt und analysiert werden können.
Mit dem Business Canvas arbeite ich bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Das große Plus beim Business Canvas ist es, dass man sich mit seinen Plänen und Geschäftsmodellen noch einmal intensiv auseinandersetzen muss. Und genau dies wird auch beim agilen Change Canvas gefordert!
Das agile Change Canvas ist perfekt dazu geeignet in den Veränderungsprozess zu starten und diesen nachhaltig zu begleiten.

Wie beginne ich mit dem Change Canvas zu arbeiten?

Grundsätzlich kann man zur Illustration des Canvas ein Whiteboard, oder etwas ähnlich analoges benutzen. Wichtig ist, dass alle Betroffenen immer Zugriff auf das Canvas haben.
Ich habe mir für das Change Canvas eine Miro Board Vorlage gebaut. So in etwa wäre dann das Erscheinungsbild des Change Canvas:

Das Change Canvas wird nun von oben links beginnend mit Leben gefüllt.
Übrigens ist das Change Canvas ein „lebendes Objekt“, sprich es ist der Anspruch, dass man das Canvas immer wieder an neue Gegebenheiten anpasst!
Oben links im Canvas steht der Punkt Dringlichkeit. Wie bei jedem Änderungsprozess steht das Thema Dinglichkeit an erster Stelle. Dringlichkeit wird erzeugt um die Notwendigkeit des Veränderungsprozesses zu untermauern.

Zentrale Fragen, die hier gestellt und beantwortet werden sind zum Beispiel:

  • Warum müssen wir uns verändern?
  • Warum ist der aktuelle Zustand nicht mehr geeignet?
  • Welche Krise bzw. kritische Situation existiert?
  • Wie sämtliche Punkte innerhalb der Veränderung und somit auch innerhalb des Change Canvas sind die Antworten auf diese Fragen für jedes Unternehmen individuell zu erarbeiten!
    Eine allgemeingültige Lösung kann es hier nicht geben, trotzdem gebe ich ein paar Beispiele die Im Kontext von DAM und PIM Systemen genannt werden können:

  • Rückläufige Verkaufszahlen
  • Schlechte Datenqualität
  • Inkonsistenter Markenauftritt
  • Zu lange Time2Market
  • Zu hohe Marketingkosten
  • Diese Kriterien werden nun auf PostIts geschrieben und innerhalb des Dringlichkeit Feldes platziert:

    Eins wird bei diesen Beispielen sofort klar:
    Es ist hier an diesem Punkt noch nicht die Rede von DAM und/oder PIM Systemen. Die Dringlichkeit zu formulieren ist zu allererst ein Business Case, sprich welche Business Probleme haben wir aktuell identifiziert.
    Zur Lösung aller oder eines einzelnen Problems könnte dann ein PIM oder DAM System zum Einsatz kommen.

    Wie geht es nun weiter?

    Im Change Canvas würde nach Erarbeiten der Dringlichkeit die Formulierung der Vision erfolgen. So wird das Canvas nach und nach mit Leben gefüllt. Wichtig ist es, dass die Stakeholder hierbei teilnehmen und dass alle relevanten Personen laufend mit den aktuellen Informationen versorgt werden.
    Die individuelle Erstellung eines Change Canvas ist immer innerhalb mehrerer Workshops zu bewerkstelligen, dieser Blogartikel soll nur einen Anstoß und eine Idee liefern wie der Change begonnen werden kann und wie er erfolgreich umgesetzt werden kann.

    Bei Fragen stehe ich sehr gerne zur Verfügung:

    Interessante Quellen zum Thema, die ich auch für diesen Artikel verwendet habe:
    Change Canvas: Strukturierter visueller Ansatz für Change Management in einem agilen Umfeld (essentials)
    Change Canvas: Die visuelle Methode für alle, die an Organisationsveränderungen arbeiten
    Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer


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