Keep it, improve it – or change it?

Verdrängungswettbewerb wird aus meiner Sicht ein sehr heißes Thema für den DAM Markt im Jahr 2020 werden. Zahlreiche DAM Anwender setzen mittlerweile Systeme ein, die man technologisch durchaus als veraltet bezeichnen könnte. Wann aber ist eigentlich der richtige Zeitpunkt gekommen, sich darüber ernsthaft Gedanken zu machen sein DAM System zu ersetzen?
Viele Anwender werden beginnen darüber nachzudenken, wenn es zu Problemen bei der Nutzung des vorhandenen Systems kommt. Wie bereits in meinem letzten DAM Blog Artikel zum Thema „Performance“ erläutert, wird ein DAM System heutzutage sehr stark an seiner Performance gemessen. Mit der Zeit kann es passieren, dass die Performance eines „gewachsenen“ DAM Systems merklich nachlässt, aber rechtfertigt dies sofort den Tausch des Systems?
Die Antwort ist dazu ist ein klares „JEIN“.
Um dies letztendlich seriös beantworten zu können, bedarf es an diesem Punkt einer exakten Analyse, die sich vor allem mit folgenden Fragen beschäftigen muss:

Warum hat mein System an Performance verloren?

  • Liegt es vielleicht an der gestiegenen Zahl der Assets, der Benutzer, oder der Metadatenfelder?
  • Liegt es daran, dass das System über Jahre gewachsen ist und sich „systemischer“ Ballast angehäuft hat, der eigentlich nicht mehr benötigt wird, der aber die Performance negativ beeinflußt?
  • Arbeiten meine Anwender heute einfach anders mit dem DAM System, als es bei der Einführung konzipiert wurde? (Dies ist mit ziemlicher Sicherheit der Fall)
  • Bedienen wir heute wesentlich mehr Systeme mit Inhalten aus dem DAM (via APIs etc.), ohne dass wir hierfür die systemischen Rahmenbedingungen geschaffen haben (z.B. Cluster, SSD Shares für Datenbanken etc., DB Optimierungen…)?
  • Oder auch banale Fragen, wie „passt meine Server- und Netzwerkinfrastruktur noch zu meinen gewachsenen Anforderungen“?
    Alle diese Fragen, können nur mit einer eingehenden Analyse beantwortet werden. Diese Analyse stellt die Grundlage dar, um die Frage beantworten zu können:
    „Lohnt es sich mein DAM System zu tauschen?“
    Das System zu tauschen, ohne vorher seine aktuellen Probleme mit dem vorhandenen DAM System genau analysiert zu haben, wäre grob fahrlässig!
    Hier reicht eben nicht die These:
    „Unser vorhandenes System ist zu langsam!“
    Sondern diese These muss mit einer Begründung, die aufgrund genauer Untersuchungen identifiziert wurde, untermauert werden:
    „Unser vorhandenes System ist zu langsam, weil es nicht dafür konzipiert ist 500 Metadatenfelder zu verwalten!“
    Erst dann kann man sich auf die Suche nach einem DAM machen, welches in der Lage ist, diese Anforderungen zu erfüllen. Tut man dies nicht, ist die Gefahr groß nach dem Systemtausch, den gleichen Problemen gegenüber zu stehen wie zuvor!
    Was ich grundsätzlich dazu sagen möchte ist Folgendes:
    Probleme, wenn sie nicht abschließend identifiziert wurden und bewertet wurden, sollten nicht per se zu einem sofortigen Systemwechsel folgen! Immer zuerst Analysieren, Bewerten und dann Handeln!
    Was sind nun aber im Umkehrschluss ganz klare Anzeichen, dass man über einen DAM Tausch nachdenken sollte?
    Ein, mit Sicherheit ganz entscheidender Punkt, sind fehlende Innovationen. Sie bezahlen die jährliche Softwarepflegegebühr, ohne dass sie hierfür einen adäquaten Gegenwert bekommen. Stillstand bedeutet aus meiner Sicht den Tod einer Software. Vielmehr sollte es heute der Anspruch einer innovativen Softwareentwicklungsfirma sein, monatlich, oder zumindest vierteljährlich ein Release zu bringen, das entsprechenden Mehrwert für den Endkunden aufweist. Ist ein DAM Hersteller dazu nicht in der Lage, schleppt er vermutlich „alten Code“ in seiner Software mit, der es nicht möglich macht, solche Zyklen zu garantieren. Dies ist durchaus kritisch für die Zukunft zu sehen.
    Neben dem Punkt „fehlende Innovationen“ wiegt der Punkt „aufrechterhalten des Betriebs“ ebenso schwer. Letztendlich entwickeln alle DAM Hersteller Plugins für diverse third Party Software. Hier wären vor allem Plugins für Adobe Indesign zu nennen, die ein erweitertes Arbeiten mit dieser Software garantieren sollen. Diese Softwarelösungen entwickeln sich nun ebenso permanent weiter und die DAM Hersteller müssen ihre Plugins immer wieder auf die neuen Versionen anpassen. Fehlen diese Anpassungen, dann kann der reibungslose Betrieb nicht mehr gewährleistet sein. Natürlich sollte man hier dem DAM Hersteller einen adäquaten Zeitraum gewähren, in dem er diese aktualisierten Plugins liefert, werden aber hierfür gar keine Updates mehr geliefert, dann ist dies ein extrem kritischer Punkt.
    Diese beiden Punkte sind entscheidend für DAM Anwender, wenn es darum geht den Tausch eines DAM Systems anzuregen. Ich gehe hier ganz bewusst nur auf Punkte ein, die quasi vom Endanwender direkt wahrgenommen werden. Dazu zählen erstmal nicht Kriterien wie „sauber definierte Schnittstellen“, oder Skalierbarkeit eines Systems. Diese Dinge stehen so zu sagen „behind the scenes“ und müssen von Spezialisten bewertet werden.

    Ich möchte abschließend noch einmal dafür plädieren:
    Gibt es Probleme mit einem vorhandenen DAM System, dann ist es essentiell wichtig herauszufinden worin diese Probleme begründet sind. Erst dann kann man bewerten, ob das vorhandene System vielleicht optimiert werden kann, oder ob es wirklich Sinn gibt sich nach einem neuen DAM umzuschauen!

    Bei Fragen und/ oder Anregungen zu diesem Thema stehe ich gerne zur Verfügung!

    Fragen?

    Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir helfen ihnen gerne weiter:


    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

    Google Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

    Verbinde mit %s